Outdoor Klettern

 

Ihr habt bereits die ersten Erfahrungen in der Halle gesammelt, seid die ersten Toprope Routen geklettert und habt euch vielleicht auch schon an dem ein oder anderen Vorstieg probiert. Eventuell liebäugelt ihr mit einem Ausflug ins Freie. Damit dem Vorhaben nichts im Wege steht und ihr weiterhin Spaß an der Kletterei habt, zeigen wir euch im zweiten Teils unseres Equipment Guides, wie ihr eure Grundausrüstung sinnvoll erweitern könnt.

Kalymnos Kletterer
Kletterfelsen
 

Kletterseil

Das Kletterseil ist ein grundlegender Bestandteil der Sicherheitskette. Daher ist es auf lange Sicht sinnvoll, sich ein eigenes Seil anzuschaffen. Dabei sollte die Wahl auf ein Einfachseil (dynamisches Kletterseil) fallen. Welche Länge, Dicke und Imprägnierung hängen von dem gewünschten Einsatzbereich ab. Anfängern empfiehlt Lukas generell ein Seil mit 9,5 bis 10 Millimeter Dicke. Ein dünnes Seil trumpft zwar mit geringem Gewicht und weniger Reibung in der Sicherheitskette auf, ist aber aufgrund seiner Rutschigkeit im Handling komplex und gerade für weniger geübte Sicherer ungeeignet. Zudem ist die Lebensdauer kürzer, als die eines dickeren Seils.

 
 
Kletterseil - so wird es hergestellt.


Hallenkletterer sind mit einem 50 bis 60 Meter Seil gut bedient und benötigen keine Imprägnierung. Sollte es den einen oder anderen doch mal an den Fels locken, dann ist sowohl eine Imprägnierung als auch mehr Seillänge sinnvoll. Die Imprägnierung erhöht die Lebensdauer eines Seiles, indem es Nässe davor hindert Schmutz und Staub im Seil zu binden. Bedenken solltet ihr, dass eine Imprägnierung das Seil etwas rutschiger macht und daher gerade am Anfang bei der Verwendung Vorsicht geboten ist. Ein gutes und empfehlenswertes Seil für den Outdoor Bereich ist zum Beispiel das Mammut Infinity Dry 9,5 mit 70 Metern Länge.

 
Kletterseil Inifnity
Ophir Seilsack
Wer sich für ein Seil entschieden hat, sollte auf alle Fälle den Kauf eines Seilsackes in Erwägung ziehen. Ihr schützt so nicht nur das Seil vor Nässe und Schmutz, sondern erleichtert euch auch das Handling am Fels. Schnell eingepackt kann es so von Route zu Route gehen. Foto: Mammut
 
Achtung
Am nicht benutzten Seilende muss sich immer ein Knoten befinden, um ein ungewolltes durchrutschen beim Ablassen zu verhindern! Am besten ist dafür der Achterknoten geeignet.
 

Express-Schlingen

Zu Beginn solltet ihr mit 10-12 Express-Schlingen gut auskommen. Für etwas mehr Geld bekommt ihr umgängliche Keylock Expressen, die unnötiges Verhaken verhindern. Des Weiteren könnt ihr bei sehr langen und Zik-Zak geführten Routen längere Expressen in Erwägung ziehen. Durch die weitere Seilführung verringert ihr damit die Seilreibung.

 
Camp Orbit Express
Black Diamond Posiwire Express
Wild Country Helium Express
Mammut Wall Alpine Express
(1) Orbit - Massiver Schnapper mit Keylock. (2) Posiwire - Oben massiver Schnapper mit Keylock, beim Seil normaler Drahtschnapper. (3) Helium - An beiden Seiten Keylock Draht Schnapper. (4) Wall Alpine - Auf beiden Enden normale Drahtschnapper mit verlängerbarem Bandmaterial. Foto: Camp, Black Diamond, Wild Country, Mammut
 

Da es immer wieder zu Beschädigungen nagelneuer Seile kommt, ist es wichtig eure Expressen öfter auf scharfe Grate und eingeschliffene Karabiner zu checken. Besondere Vorsicht gilt also beim Einhängen in die teilweise sehr scharfen Bohrhaken, dass ihr hier immer die gleiche Seite beim Felsen verwendet. Die meisten Expresschlingen machen es ohnehin sehr einfach, da sie gerade/gebogene bzw. verschiedenfärbige Karabiner besitzen.

Achtung
Beim Bandmaterial kommt es immer wieder zu gefährlichen Unfällen, also schaut darauf, dass die Karabiner auch wirklich im Bandmaterial befestigt sind und nicht nur in der Gummi-Verdrehsicherung!
 

Kletterhelm

Kletterhelme schützen euch nicht nur bei Stürzen und seitlichem Aufprallen am Fels, sie bieten euch darüber hinaus Schutz vor Steinschlägen. Mit der heutigen Fertigung und Technologie der Helme gibt es übrigens keine Ausreden mehr in Punkto Gewicht und Hitzeentwicklung. Bei der Wahl des geeigneten Helmes stehen Tragekomfort und Passform im Vordergrund. Schlecht sitzende Helme vermiesen einem nicht nur das Klettererlebnis, sie bergen auch ein Sicherheitsrisiko.

 
Camp Titan
Black Diamond Vector
Mammut Wall Rider
(1) Titan - Top in Preis/Leistung. (2) Vector - Leicht, aber empfindlich beim Transport. (3) Wall Rider - Kleinstes Gewicht und bester Schutz dank Schweizer Qualität. Foto: Camp, Black Diamond, Mammut
 

Grundsätzlich gibt es 3 verschiedene Arten von Helmen:

  • Hartschalen Helme (z.B. Camp Titan - 410g)
  • Inmold / Schaumstoff Helme (z.B. Black Diamond Vector - 240g)
  • Hybrid Helme (z.B. Mammut Wall Rider - 220g)
Hartschalenhelme sind sehr robust, der seitliche Aufprallschutz ist allerdings eher gering und die Belüftung könnte besser sein. Schaumstoff Helme sind durch ihre Konstruktion empfindlicher und sind nach dem ersten größeren Felskontakt meistens auzutauschen. Hybrid Helme vereinen die guten Eigenschaften von Hartschale und Schaumstoff, der einzige Nachteil ist der Preis und das meist minimale Einstellsystem um das Gewicht zu reduzieren.

 

Kletterrucksack

Die Ausrüstung ist beisammen und die erste Tour kann kommen. Doch bevor es an das Eingemachte geht, benötigt ihr noch den geeigneten Rucksack, um die neu erworbene Ausrüstung zu verstauen. Es muss für den Anfang nicht unbedingt der beste und teuerste Alpin-Rucksack sein.

Black Diamond Stone Duffel 42
Exped Serac 35
(1) Stone Duffel 42 - Günstig und multifunktional, dank integrierter Seilplane und Aufhängepunkten für Hardware. (2) Serac 35 - Wasserdicht, ultraleicht und beste Kopffreiheit für Mehrseihllängen. Foto: Black Diamond, Exped