Live Simply

 
Geoff McFetridge
Geoff McFetridge, Foto: Sinuhe Xavier www.sinuhexavier.com, @sinuhexavier
 
 

GEOFF MCFETRIDGE

  Be more present. Live a full life.
 

Wo immer du eines der ikonischen Patagonia Motive entdeckst: Dahinter steht ein bekannter Name. Ein Who is Who der TOP Künstler, Filmemacher, Grafiker und Fotografen Kaliforniens. Sie alle prägen den unverwechselbaren Stil der Outdoormarke.

Geoff McFetridge auf der MO 2016 mit Bigfoot von e15

Einer von ihnen ist Geoff McFetridge. Sein Studio   Champion Graphics liegt in Los Angeles. McFetridge hat nach dem "College of Art and Design" am "California Institute of the Arts" studiert. Neben Arbeiten für Pepsi, Nike, Footlocker und Greenpeace kennt man sein Talent von den Screens, Handhelds und Smartphones der Computerlovestory "Her". Wenn sich im oscarprämierten Film von Spike Jonzes Briefautor Joaquin Phoenix in die weibliche Stimme seines neuen Betriebssystems verliebt, stammt das UI Design von McFetridge.

National Design Award

Geoff McFetridge wurde 2016 mit dem National Design Award für Kommunikationsdesign des   Cooper Hewitt Smithsonian Design Museums ausgezeichnet.

Warum konnte er wie kein anderer das Patagonifeeling so genau treffen und gestalten?

Maison&Objet "Wild"

2016 auf der Maison&Objet, der weltgrößten Interior und Designmesse in Paris, fand ich seine Laserravur, man möchte sagen, dort, wo man sonst den Kaugummi hinklebt, besonders stimmig. BIGFOOTTM für   e15 ist eine seiner typisch untypischen Arbeiten. Und hier in der Kunst- und Designwelt ist seine eigentliche Heimat.

Live Simply Patagonia Motive von Geoff Mc Fetridge

Bigfoot

Der von Philipp Mainzer entworfene Eichenholztisch ist ein moderner Designklassiker. Die von Geoff McFetridge entworfenen spielerischen Szenen wurden mittels Lasergravur auf der Unterseite des Tisches aufgebracht. Die Illustrationen zeigen den Patron des Tisches, die Kreatur Bigfoot, von der die Menschen glauben, dass sie in den nordamerikanischen Wäldern lebt.

In einer Animation für das  OK Go's Video "Last Leaf" hat McFetridge einen ähnlichen Effekt auf Toastbrot erzielt. Seine Arbeit erschließt sich nicht, wenn man keinen Sinn für Humor hat. Er ist einer der Künstler, die "die Wirklichkeit zum Schmelzen bringen" um sie dann zu formen. Er überzieht die Dinge mit seiner Bildwelt. Man stellt sich vor, dass er Außenmauer, Fußboden, das Surfbrett und die Decke lückenlos mit seiner Arbeit bedecken würde, wenn man ihn ließe.

Mit Naturromantik und Outdoorkitsch kann man ihm nicht kommen. Während andere auf der M&O "The Great Outdoors" in den Wohnraum brachten, wie man den Gartenzwerg in den Vorgarten holt, ist seine Sache schnörkellos, von fast abstrakter Wirkung und kühler, zurückhaltender Einfachheit.

"No one really knows through my work that I’m really interested in the outdoors.", sagt er, "However, I’m really interested in the conversation of where work and interests overlap."

Die Nuancen dessen, was Patagonia ist und will und McFetridges besonderes Talent die Zwischentöne zu erfassen und abzubilden: das ist das Geheimnis hinter dem genialen Cobrand Live Simply.

Live Simply

Obwohl vom Zugang also sophisticated: Mit seinen Patagonia Motiven hat McFetridge nicht nur den Kern des Brands erfasst, sondern auch das Herz der Fans erreicht. Guitar, Frog, Whale, Seal und Pelican sind Motive, die man nicht mehr vergisst.

"Einfach. Zeichnerisch.", nennt er seinen Stil. Ist das Skizzenhafte bei den Signets ausgebügelt, in den Animationen und den meisten anderen Arbeiten zeigt es sich dafür prägend.

Neben den ikonischen Live Simply Motiven kommuniziert er kontroverse Themen in krakelig karikaturhaftem Strich - Gänsehaut bei Traceable Downs "Gänsetod" inklusive.

 
 
 
 
 
Geoff McFetridge Animation für Traceable Down ®
 
 

Hippie to Hipster

  Ein epischer Weg? Lazy Ass Ranch bis "Repair is a radical act"
 

Wenn sich Michi an die ersten Jahre mit Patagonia erinnert, dann war 1990 der Vertrieb zwischen Kletterbuddys organisiert. Die Sache war also einfach relaxed und auch in Ventura machte sich sicher keiner Gedanken über Stilfragen.

 
Yvon Chouinard Lazy Ass Ranch
 
 
Chouinard Katalog Staff im Chouinard 1972 Katalog

Ursprünglich hieß das Unternehmen wie sein Gründer - Chouinard Equipment. Dann, 1972 kam der Wendepunkt. Chouinard war zwar Marktführer für Kletterequipment in den USA - in einer allerdings sehr überschaubaren Branche. Die berühmte Schmiede war nicht einfach ein revitalisierter Ort, sondern tatsächlich eine Schmiede, in der Kletterhaken, Pitons und Hexnuts gearbeitet wurden.

Der Katalog von 1972, den viele namhafte Kletterer bis heute nicht vergessen haben, hat die skizzenhafte Version einer chinesischen Landschaft am Cover ("Landscape in the Spirit of Verses by Tu Fu" von Wen Chia *1501 †1583) und die "Clean Climbing" Philosophie auf den Innenseiten: Chouinard hatte erkannt, dass seine funktionell hervorragenden Stahlpitons den Fels zerstörten.

180° South

Gleichzeitig hatte er eine Marktlücke entdeckt - bequeme Kletter- und Ski Bekleidung. Man entwarf jetzt selbst und schneiderte Label aus Europa und Japan nach. Aus Chouinard Equipment wurden einerseits Black Diamond, und andererseits Patagonia mit dem Fitz Roy Massiv im markanten Logo.

PatagoniaSchriftzug von Jeff Canham

180° South, ein Film mit Jeff Johnson folgt der epischen 1968 Reise von Yvon Chouinard und Doug Tompkins (The Northface) nach Patagonien: denn hier liegen die Inspiration und die Geburtsstunde der neuen Marke. Den eineinhalbstündigen Netflix Film kann man jetzt kostenlos auf Youtube ansehen   180° South Russ Mc Lean Chouninard 1972 Katalog Illustration

The Coolest Company On The Planet

Chouinard Equipment hatte nur ein paar einzelne Artikel, oft Wiederverkaufsware, wie einen Rucksäcke (Jensen Pack), Handschuhe (Dachstein Mitts), eine Gletscherbrille (Annapurna) und Bergschuhe (Klocker Boots von Peter Habeler) im Programm. Jetzt erst begann mit Patagonia ein Abenteuer, das zu "The Coolest Company On The Planet" (Forbes) führte.

New Wave

Von den Zeichnungen von Russ Mc Lean (Fisch oben) bis zu den vom Surfen und Skateboard inspirierten New Wave Motiven (Jeff Canham´s Patagonia Schriftzug) ist es ein weiter Weg. New Wave ist softer als Punk und Psychodelic, es wird gern als kommerzieller Zweig der beiden gesehen. Trotzdem ganz schön schräg, anarchisch und kraftvoll schöpfen die Motive der Tees und die Kampagnen jetzt zunehmend aus der Grassrootbewegung. Trotz "Hipster-Ästhetik" ist man also ziemlich kämpferisch geworden.

Bleib gespannt! Hier liegen die Trends.

 
 
Patagonia Worn Wear Campain
 
 
 
 

Tin Shed Style

  Das Beste kommt zum Schluss: Steppenwolf im neuen Patagonia Shop-in-Shop Design
 

Steppenwolf wurde 1836 erbaut, ein typisches Gründerzeithaus. Für den besonderen historischen Ort haben wir die schweren Elemente und dunkle Farben des Patagonia Shopfittings reduziert, und eine hellere Präsentation im "Tin Shed" Stil erhalten. Fotos von Günter Valda.

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Günter Valda, Outdoorfotograf

"Seit wir in den frühen 70er Jahren die ehemalige Fleischverarbeitung in Ventura zu unserer ersten Filiale umgebaut haben, finden wir die Revitalisierung alter Gebäude nachhaltiger, als neue zu bauen. ... Wir tun darüber hinaus unser Bestes, unsere Läden einzigartig zu machen, nicht zuletzt in dem sie die Gebäude, die historische Situation und den Standort wiederspiegeln." Vickie Achee

Das Shop-in-Shop System ist noch etwas flexibler, es bringt das Patagonia Feeling meist in Malls und auf die große Fläche. Im kleinen, aber feinen Steppenwolf wirkt es massiv stilbildend. Das ist gut, denn es zeigt die Werte, die wir seit 1990 haben.

Günter Valda  www.valda.at ist Outdoorfotograf. Wenn er im urbanen Raum seine Kamera mitnimmt, ist es für ein Projekt mit besonderen Vibes. Er hat für Steppenwolf den Aufbau des Patagonia Shop-in-Shop Systems dokumentiert.

Reduktion als Mittel zu einem bewussteren Lebensstil

"Wer wie Patagonia aus alten Plastikflaschen Pullover strickt, taugt mir", sagt er. Als die Wellblechpaneele hereingetragen werden, sind sie nicht nur wirklich "used", sondern richtig rostig und verbeult.

Für die aus Altholz geschreinerten Ladensysteme ist er als einer, der handwerkliche Arbeit kennt und schätzt, voller Bewunderung. Die Warentische möchte sowieso jeder, der sie sieht, mit nach Hause nehmen.

Günter ist sonst keiner, der Logowear trägt. Mit Ausnahme von Patagoniasachen: "Das Live Simply Logo ist einfach schön," sagt er "Reduktion als Mittel zu einem bewussteren Lebensstil. Das bringt es zum Ausdruck. Darin finde ich mich wieder."

 
Unterschriften Chouinard, Frost Unterschriften Yvon Chouinard und Tom Frost im Katalog von 1972
 
 Text: Daniel Steiner,  Fotos: Geoff McFetridge © 2017 Sinuhe Xavier, BIGFOOT © 2016-17 e15 Design und Distributions GmbH, Steppenwolf Galerie und Selbstportrait © 2017 Günter Valda, alle anderen Fotos und Scans © 1972 - 2017 Patagonia®  VERGL. designboom "art for me has always equated to invention, and I am drawn to images. so when you are inventing images the world starts to melt and become something to manipulate. along with that is my long standing interest in reduction and the process of ‘design’ where things are refined and reduced. design language, which has a relationship with abstraction is very accessible to me. my paintings are as rooted in logos as much as they are in art history."  VERGL. The Northern Post "No one really knows through my work that I’m really interested in the outdoors [laughter]. However, I’m really interested in the conversation of where work and interests overlap. With certain clients I can directly put my interests into it." "In order for people to become more conscientious they need to become more conscious environmentally. Be more present. Live a full life. If you’re going on trips, buying fuel you’re doing things in a more considered way. The nuances of that conversation was what I wanted to communicate through art and design. Graphics have the ability to define the grey area and abstract thinking."