Karten Kreis - Abenteuer vor der Haustür

 Text: S. Lex  Foto/Lead: mit freundlicher Genehmigung Ortlieb/Russ Roca  Foto/Artikel: S. Lex
 

Sören und Samira haben einfach eine Landkarte genommen und sich Länder und Städte rund um Österreich angeschaut. Da sie mit dem Fahrrad unterwegs sein wollten, haben sie einen Kreis gezogen - mit einem Radius von 2000km. Das Ziel sollte in vier bis sechs Wochen gemütlich erreichbar sein.

 
Graz-Istanbul

Mit dem Rad Mur, Drau, Donau entlang (Bild: Golubac) ...

Graz-Istanbul - am schwarzen Meer

...bis zum Schwarzen Meer ... und weiter nach Istanbul.

 

The Bicycle Diarys

 

Mur Drau DonauKaum war der Kreis gezogen, sprang uns auch schon unser Ziel ins Auge. Istanbul. Und wie hinkommen? Auf der Karte war ganz einfach ein natürlicher Weg dorthin. Ab Graz der Mur entlang, bis sie in die Drau fließt, dann der Drau entlang, bis sie in die Donau fließt, der Donau entlang, bis ans Schwarze Meer - dann die Schwarzmeerküste entlang.

Nach ein paar Recherchen über etwaige Radwege entlang der Flüsse - die dann selten so existiert haben - waren die Räder schnell gepackt und los ging die Reise.

Slowenien und Kroatien haben wir angetrieben von unserem Anfangselan regelrecht durchflogen und erst als es dann immer heißer wurde nach den ersten paar Tagen in Serbien, hat sich immer mehr unser Rhythmus eingependelt, dem wir die nächsten Wochen folgen würden.

 
Graz-Istanbul

Wir haben jeden Radweg genau recherchiert - und halten uns, ...

Graz-Istanbul - am schwarzen Meer

...auch wenn wir mitgenommen werden, penibel an die StVO.

 

Unter freiem Himmel

 

Früh aufstehen, um 5-6 Uhr Zeug zusammenpacken die ersten Kilometer in der etwas angenehmeren, nicht ganz so heißen Morgenluft radeln, nach 1-2 Stunden erste Pause und Frühstücken, dann noch bis zum Mittag fahren, bis die Hitze und Sonne unerträglich werden.

Ein Platzerl im Schatten finden, wenn möglich am Fluss, Mittagessen kochen, Gegend erkunden, lesen, warten, bis die glühende Sonne schwächer wird. Am Abend (5-6 Uhr) wieder aufs Radl – weiterfahren, Schlafplatz finden - immer unter freiem Himmel einschlafen …

 
Patagonia Geburtsstätte um 1957

Die Nächte - immer unter freiem Himmel...

Patagonia Geburtsstätte um 2009

...im Sommer ist ein Tarp richtig grosses Kino.

 
 
Patagonia Geburtsstätte um 1957

Ein Zelt wird dann nur noch gemütlich, wenn es kühler, windig wird ...

Patagonia Geburtsstätte um 2009

...oder der Standplatz staubig ist.

 

Farbriksgebäude und Steppe

 

Hitze und GegenwindUmso östlicher wir kamen umso mehr hat sich unsere Routine verändert, da es immer (früher) heißer wurde und es immer weniger Bäume und Sträucher für Schatten gab.

So mussten wir uns nach Alternativen umschauen, um uns vor der Sonne und Hitze zu schützen und fanden kurz nach dem wir über die türkische Grenze gekommen sind in einer Industriegegend eine Fabrik nach der anderen, in denen große, bekannte Marken Kleider herstellen lassen. Weit und breit war nichts zu finden außer Fabrikgebäude und Steppe. Zusätzlich zu der stechenden Sonne war extremer Gegenwind aufgekommen. Das ließ uns noch schneller ermüden.

 

Zwischenruf: Hängematten verschönern das Leben

 

Als Kind wurde meine Begeisterung für Abenteuer und Reisen immer stärker und ich konnte es nicht mehr erwarten, die Welt zu erobern: Da wünschte ich mir zu meinem Geburtstag eine Hängematte. Eine Hängematte aus Fallschirmseide hat mich damals als Junge überzeugt und hörte sich ehrlich gesagt auch ziemlich cool an.

Da die großen Reisen noch auf sich warten ließen, bohrte ich zwei Haken in meine Zimmerwände, hängte die Matte dazwischen auf, legte mich hinein und ließ mich in meinen Träumen zwischen Palmen in grünen Oasen, Bäumen mit Blick auf die höchsten Berge, Sträuchern an Seen und Meeren und viele andere Orte tragen.

Da so klein und handlich kam die Silk Traveler bald an jeden Ort mit an dem ich mit meiner Familie verreiste, später kamen dann meine eigenen, längeren und ausgedehnteren Reisen, hauptsächlich Trekkingtouren, Kajakwandern und Radreisen dazu. Da wurde es Wirklichkeit, dass ich sie zwischen Palmen in Oasen aufhängte, um mich von der Hitze der Sahara zu erholen, sie auf Trekkingtouren in Skandinavien und Nepal dabei hatte um nach einem langen Tag voller Bewegung den Tag mit einem guten Buch ausklingen zu lassen oder einfach an einem See zu „hängen“ und zu beobachten, wie die Sonne untergeht - der See ganz ruhig wird. Wie Amazonas - Hersteller der Silk Traveler - selbst sagt, ist diese Hängematte „ultracool und ultraleicht“, man hat sie immer dabei und sie verschönert einem das Leben on Tour.

 
Fahrbares Gestell für Amazonas Hängematte

Das Non Plus Ultra für jede Hängematte ist ein (fahrbares) Gestell...

Sören in Amazonas Hängematte in aufgelassener türkischer Schuhfabrik

...für Sören ist es das Abhängen mit einem guten Buch.

 

Lost Amazonas

 

Die SchuhfabrikIrgendwann fanden wir eine aufgelassene Schuhfabrik, in denen seit einigen Jahren außer Tauben nichts mehr wohnte, und außer einigen Kartons voll Sohlen, Stoffen und halb genähten Schuhen, ein paar leere Fässer und Tische und Stühle auch nichts mehr vorhanden war.

Ich fand ein Gestell, in dem ich meine Hängematte aufhängen konnte und so in einer alten Fabrik mit Blick auf Gummisohlen und Fässer mein Buch las. Der Platz hat der Hängematte so gut gefallen, dass sie, als wir wieder losgefahren sind, hängen geblieben ist – und wohl noch immer dort hängt.

 
Grenze zur Türkei

Je näher wir dem Ziel kamen, umso mehr hat sich unsere Routine verändert...

Radclub der Istanbuler Universität

...in Istanbul folgten unglaublich tolle Tage mit dem Radklub der Universität

 

Unsere Nachbarländer

 

Istanbul KM 2000Bald darauf in Istanbul angekommen wurden wir empfangen von dem Radklub der Istanbuler Universität und hatten ein paar unglaublich tolle Tage mit unseren neu gewonnen Freunden dort, bevor der Heimflug nach Wien bevorstand.

Das spannende war, dass wir in relativ kurzer Zeit durch viele für uns völlig fremde Länder geradelt sind, unsere Nachbarländer und Leute kennenlernen konnten und für uns ein unglaubliches Abenteuer und Erlebnis hatten mit den Mitteln, die uns zu Verfügung standen.

 
 
 

Ein unglaubliches Abenteuer ... und jede Menge spannender Begegnungen

 

Die Kosten für 2 Personen

 
... Camping (ein paar Mal ein Zimmer nehmen und Ähnliches) € 100 - € 200
... öffentliche Verkehrsmittel, Zug, Bus, Fähren € 80 - € 150
... für Visa in der Türkei je nach Paß ca. € 36, Visum beantragen
... eine Woche Istanbul - hier wird es am teuersten - ab € 250
... Rückflug mit Fahrrädern ca. € 350
... da wir alles selber gekocht haben und Gemüse und so überall sehr sehr billig zu bekommen war (und man dann auch was Gscheits zum Essen gehabt hat, was man bei der Anstrengung ja gebraucht hat) max. € 5 am Tag. (Stand: 2015)
 

Hol Dir das Know-How!

 

Samira und ich haben zwischen 50 und 100 Radkilometer pro Tag veranschlagt. Manchmal waren es etwas mehr - aber meistens so. Das heißt, das ist eher total langsam und ziemlich gemütlich. Wir haben uns überhaupt nicht speziell vorbereitet. Sind normal sportlich aber keine besonderen Radler und daher ist diese Tour sicherlich für jeden machbar. Wir waren im Juni und Juli unterwegs. Wenn du Fragen hast, schreib mir über das Kontaktformular. Oder komm in den Steppenwolf-Laden und frag nach Sören.

 On Tour: Steppi auf grosser Tour - Härtetest und Check ohne Kompromisse für unsere Produkte