J-Tree - Markus on Tour

 erzählt von: M. Meurer  aufgezeichnet von: D. Steiner  Fotos: Mohai Balázs/Sziget (Lead), M. Meurer, CsudaiSándor/Sziget, NPS - public Domain, Patagonia/Ken Etzel, The Great Western Divide/Jeffrey Pang (Wikicommons, CC BY-SA 2.0, E. van Leeuwen (Wikicommons, GFDL)
 

Steppenwolf-Ikone Markus Meurer on Tour - von J-Tee bis Sziget. Didgeridoo Organic Beat - no samples, no computers, no loops. Dazwischen besucht er kalifornische Bären und sieht die größten Bäume der Welt.

Markus Meurer Didgeridoo
Joshua Tree - der Baum

Das legendäre Joshua Tree Festival wurde von Barnett English gegründet. Trademark ist der Joshua Tree. Stil: Wie aus einem Dr. Seuss Bilderbuch entsprungen. Bei uns kennt man von Dr. Seuss nur den Grinch, in den USA sind seine schrägen Kinderbücher Kult.

 

The Quirkiest Desert Festival

 

Das Joshua Tree FestivalLetztes Jahr kam ein überraschender Anruf aus den USA - Airtist, Markus Band, wurde für das Line Up des legendären Joshua Tree Festivals genannt. Damit hatte keiner gerechnet!

Mitten in der WüsteJoshua Tree findet jährlich im Mai und Oktober statt. Das Festivalgebiet liegt direkt in der Wüste und "es war ziemlich exotisch, als Europäer auf einem Festival in den USA zu spielen." Die ganze Reise von L.A. regnete es - langsam kam Panik auf. Dann hörte der Regen auf. Es war kühl, aber trocken. Kaum angekommen, gab es keine Gelegenheit, sich fremd zu fühlen. Barnett English kommt auf die Musiker zu und begrüßt jeden richtig herzlich. Das Konzert wird ein toller Erfolg.

J-Treeist lebendig, alternativ, organisch, bunt und fröhlich. Auf Hippie Festen sind auch die Kinder mit - und es gibt am Tag ein dichtes Programm. Markus gab einen Didgeridoo Workshop, an dem man teilnehmen konnte.

Californian DreamAm Parkplatz stehen monströse Wohnmobile im XXL-Truck-Format. Neben bemalten und kostümierten Besuchern sieht man die Sportwear Sachen von Patagonia, auch Klean Kanteen haben viele mit dabei. Brands, die ja mehr oder minder ums Eck entstanden sind - und ganz dem Californian Lifestyle entsprechen.

Organic BeatsDas Label "Organic Beat" hat sich Markus Band Airtist übrigens selbst umgehängt: "Trance", sagt Markus, "hat damals bei der Gründung schon langweilig geklungen. Der Booking Agent mochte es nicht." Organic Beat war die bessere Wahl - die teilte man sich mit der befreundeten australischen Band Wild Marmelade.

 
 
 

Nächster AirtistAuftritt nach J-Tree war der Liveact am Sziget Festival, das vom 10. - 17. August 2015 in Budapest stattfand. The Island of Freedom - szigetfestival.com

Grandmaster of Yidaki

 

Die ZirkularatmungImmer wieder hört man, Didgeridoo lerne man in ein paar Wochen. Aber Anfänger scheitern schon einmal an der Zirkularatmung, die für Didgeridoo Voraussetzung ist. Einatmen und Ausatmen o.k., aber gleichzeitig - geht denn das?

AustralienMarkus facettenreiche Spielart wirkt unprätentiös, ist aber alles andere als einfach. Er hatte schon einmal 5-6 Jahre Didgeridoo gespielt, als er nach Australien aufbrach und 2004 beim Grandmaster of Yidaki Djalu Gurruwiwi die traditionelle Spielweise lernte.

Djalu Gurruwiwiversteht sich als Brückenbauer zwischen den Kulturen - er und seiner Familie in Gikal' Outstation, im nordöstlichen Arnhemland am Strand der Arafurasee in Australien sind freundliche und offene Gastgeber. Als Balanga (Nicht-Aborigine) wäre es sonst kaum möglich, unmittelbaren Einblick in Kultur und Zusammenleben der Aborigines zu erhalten, geschweige denn ein Instrument zu lernen. Markus spielt mittlerweile 17 Jahre Didgeridoo - der nächste große Auftritt ist am Sziget Festivalin Budapest - Festival of the Year 1011 und 1014 und einen Besuch mehrfach wert.

 
Djalu Gurruwiwiund Markus Meurer
Sziget

Djalu Gurruwiwi und Markus im nordöstlichen Arnhemland in Australien (links) - und ein Foto vom Sziget Festival 2014 (rechts): 2 Welten, eine Musik. Didgeridoo ist eines der ältesten Rhythmusinstrumente der Geschichte - so wie Markus, hat man auch vor Jahrtausenden Didgeridoo gespielt.

Celebrate. Timeless. Memories.

 

Nationalpark Tour"Nach dem Joshua Tree Festival lieferte ich die Band in L.A. ab - dann ging es in den Sequoia- und den Kings Canyon Nationalpark. Beide Nationalparks grenzen aneinander.

Lonely PlanetMichi hatte mit seiner Familie im Yosemite die Mammutbäume gesehen, schon vor mir - sie waren damals eine etwas andere Routegefahren. Sequoia gehören zur gleichen Gattung und nach ein wenig Recherche im "Lonley Planet" Reiseführer wußte ich, daß ich die größten Bäume der Erde sehen mußte. Ich hatte knapp 2 Tage Zeit."

125 Jahre Sequoia, 75 Jahre Kings Canyon, 150 Jahre Yosemite. 2015 ist ein Jahr der Jubiläen. Nationalparks gibt es in Europa erst seit 1909, in Österreich seit 1981 - in den USA wurde schon 1864 das erste Schutzgebiet definiert und als erster Nationalpark 1872 Yellowstone eröffnet.

 
 
 

Die Nationalparks feiern: Sequoia, Kings Canyon und Yosemite: Video von Dayton Duncan und Ken Burns. Ken Burns ist zweifach Oscar nominiert und erhielt 2010 dem Emmy für "The National Parks: America's Best Idea" - auch der "Ken Burns Effekt" ist nach ihm benannt. Dayton Duncan ist sein Co-Produzent und Drehbuchautor. Im Video sieht man besser als auf Fotos, wie unglaublich groß die Mammutbäume sind.

Die Sequoia

 
Zeltnacht im SchneeVon den größten Bäumen der Welt den Sequoia war Markus dann auch wirklich schwer beeindruckt. Den unzähligen Selfies ist eines gemeinsam: der Baum ist nie ganz drauf. "Dann wurde in meinen Teva Sandalen (wer denkt bei Kalifornien Ende Mai an den Gefrierpunkt) von Schnee überrascht." Das Equipment, das Markus diesmal mit hatte, wird er nicht vergessen. Denn statt satten Sommertemperaturen gab es eine Zeltnacht im Schnee. Sein Survivals Kit bestand aus:

 einem gemieteten Nissan Senta
 der Julbo Stunt Spectron 3CF
 einem Zelt um $ 19 - in L.A. gekauft - wurde am Ende der Reise einem Obdachlosen gespendet
 dem ultraleichten Patagonia Down Sweater Hoody - 100% recycelt Polyester und Daune - wurde nicht gespendet und wieder mit nach Hause genommen.
 dem Macpac Escapade Daunen-Schlafsack
 der Exped SynMat Hyperlite M - extrem klein verpackbar und ultraleicht
 einer MSR Pocketrocket, ultraleicht, ultrakompakt: Wiegt nur 85 g (damit kocht Markus vegan oder zumindest Kaffee)
 den Teva Sandalen
 der Patagonia Alpine Houdini Jacket - die als zusätzliche Isolationsschicht gute Dienste leistete. Der Steppenwolf führt sie als ultraleichten "Not-Wetterschutz"
 

Fazit: Teva Sandalen können mehr als man glaubt, - und es ist immer gut, einen Nissan dabei zu haben.

Kings Canyon Nationalpark
Forrester Pass zwischen Sequoia und Kings Canyon Nationalpark

Der Sequoia und der Kings Canyon Nationalpark sind durch den Forrester Pass verbunden (rechts) - ein Gelände, das die Patagonia PROs gerne für Trailrunning nutzen.

 

Und dann noch Bären

 

RegentagDer Schnee schmolz und es begann zu hageln und dann zu regnen. Bei einer einsamen Wanderung (Amerikaner gehen nicht gerne bei Regen) trifft Markus auf 2 Schwarzbären, die entweder satt waren oder für die "ich nicht appetitlich genug aussah!"

Weglaufen?Wenn man einen Bären entdeckt, weiß der meist schon ziemlich lange Bescheid. Bären haben den perfekten Geruchssinn und riechen z.B. vergrabenes Aas bis in zwei Meter Tiefe und bei günstigen Bedingungen weit über 10 km hinaus. Der Bär riecht den Menschen etwa 2100x eher als der Mensch den Bär. Sein Gehör ist ebenfalls weit besser als das des Menschen - und etwa 7x schärfer als das von Hunden. Das heißt nicht unbedingt, das der Bär jetzt alles gleich richtig zusammenfügt, aber eins ist sicher: Weglaufen geht nicht.

 
 

Schnee in Kalifornien - Anfang Juni - dann, kaum abgetaut, auch noch Bären. Markus verhält sich richtig: Er läuft nicht weg und macht kein Selfie. Nur ein Handyvideo. Grasen zwei Bären friedlich zur Ablenkung, während sich ein Dritter von hinten anschleicht? Im Video sieht man, wie Markus sich umschaut. Dann bricht das Video ab.

Bolt vs Bär

 

Usain Boltals schnellster Mann der Welt erreicht eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 37,58 km/h und eine Maximalgeschwindigkeit von 44,72 km/h. Der Durchschnittsbär läuft 40 - 50 km/h und die schnelleren auch 60 km/h. Der Bär klettert geschickt auf Bäume, erst versucht er noch, seine Beute herunterzuschütteln. Jedenfalls soll man sich nicht verstecken, dann wird er neugierig.

Bärentippsgibts viele. Sie unterscheiden sich stark zwischen den skandinavischen Ländern und den USA; das hat wohl damit zu tun, dass man in skandinavischen Ländern Bären in der Wildnis begegnet, die vielleicht noch nie Kontakt zum Menschen hatten. Nationalpark Bären sind also ein anderer Schlag: Die Hauptgefahr geht von Tieren aus, die gefüttert wurden oder menschliche Nahrung erreichen konnten.

BearbagsAllen Tipps gemeinsam ist deshalb, dass das Camp bärensicher sein soll. Essen, Kochstelle und Abfälle sind in Mindest-Enfernungen vom Schlafzelt entfernt. Nahrung ist in Bearbags rund 4m über der Erde aufzuhängen; in vielen Parks - auch im Sequoia NP - gibt es feste Einrichtungen dafür - etwa bärensichere Container und Abfalleimer.

 
Bär im Baum
Bolt in Berlin

Bolt vs. Bär. Der Bär, der hier Eicheln mümmelt, lässt Bolt schon einmal ein bisschen Vorsprung - und ist trotzdem schneller.

 

Half Dome und Dani California

 

YosemiteDie berühmten Steilwände: "El Capitán", der durch Kletterdokus, und der "Half Dome", der durch das "The North Face" Logo bekannt ist. "Half Dome" galt bis 1875, als George Anderson den Gipfelsieg feierte, als komplett unzugängliches Gebiet. Heute ist man im Yosemite allerdings alles andere allein und es wird einem bewusst, daß man an einem der touristischsten Ausflugsziele Amerikas ist!

 
Patagonia Shop in Ventura
Markus Selfie

Ein Blick in den Shop im Headquarter und ein Selfie vor der legendären Patagonia® Schmiede.

 

Highway 1Danach fährt Markus auf dem Highway 1 Richtung Süden. Es gibt 3 Straßen, die Markus abfahren will - in Australien: The Legendary Pacific Coast, von Sydney nach Brisbane, in Kalifornien: The Great Pacific Highway One, in Südafrika: Chapman’s Peak Drive, Cape Town. Australien ist abgehakt, jetzt auch Kalifornien. Fehlt noch Südafrika.

Red Hot Chili Pepper'sKultsong "Dani California" läuft in heavy Rotation. Inbegriff des kalifornischen Lebensgefühls. Dani California steht für Kalifornien ebenso wie für ein Mädchen diesen Namens: Vater war ein Polizist, Mutter eine Hippie, heißt es im Text.

Andrew Molera State ParkÜber Santa Cruz geht es Richtung Big Sur und zu einem Trail in den Andrew Molera State Park. Die letzte Etappe führte zum "Home of Patagonia", Ventura. Hier ist schon ausgestellt, was demnächst in den Steppenwolf kommt!

Die Patagonia GarageAn die Zentrale und den Shop ist ein kleines Museum angeschlossen. Dort sieht man die Karabiner, die Yvon Chouinards Erfolg begründeten. Markus erhält eine Führung - in die Schmiede selbst kann man nicht hinein; die ist für Mitarbeiterfeste reserviert. Als Outdoor-Aficionado darf dann das Selfie vor der Schmiede nicht fehlen.

 
The Great Pacific Highway One
VW T Serie versammelt

Mit seinem Nissan Sentra - den gibt es in Österreich gar nicht - war Markus total zufrieden; - und begeistert den "Great Pacific Highway One" entlang gefahren. Gegen einen legendären VW Transporter (hier ist T1 bis T3 zu sehen) vom Venice Beach hätte er ihn aber doch getauscht.

 

""Kalifornien hat mich nicht das letzte mal gesehen!"

 

RefusedVor dem Heimflug gab es einen Strandtag in Malibu "und mein Highlight Refused live im legendären Roxy in Los Angeles."

 ON TOUR: STEPPI AUF GROSSER TOUR - HÄRTETEST UND CHECK OHNE KOMPROMISSE FÜR UNSERE PRODUKTE