Steppenwölfin Raffaela blickt mit uns auf ein ausgedehntes Radl-Abenteuer in Südtirol zurück
Photos by Ella, Seppo & Oliver © 2018
 
 

"Dolomiti Trails", Senza elettricità!

  Steppenwölfin Raffaela blickt mit uns auf ein ausgedehntes Radl-Abenteuer in Südtirol zurücK ~ UNPLUGGED, versteht sich!
 

Die vielen Höhenmeter in den Beinen, die Trails bergab in den Armen! Unsere Powerfrau Ella streifte am Mountainbike mit ihrem Partner Seppo und Bike-Gefährten Oliver einige Tage lang mit Minimalgepäck durch die Grödner Dolomitengegend, genauer gesagt, um das Sellamassiv herum. Das Trio hatte miteinander eine wirkliche Gaudi erzählt sie, so fand das Kleinstrudel auch täglich die erforderliche Motivation, um die geplante Runde wirklich durchzuziehen. Die märchenhafte Berglandschaft, ausgehend von St. Christina in Gröden, bot natürlich ebenso einen großartigen Ansporn, keine Frage, aber mit der richtigen Stimmung im Team wird auch die größte Anstrengung zum Genuss, ganz abgesehen vom besseren Risikobewusstsein und Risikoverhalten, wenn's mal brenzlig wird...

"A bissl trainieren, genügend Sitzfleisch bergauf, 'a Prise Wildsau bergab und 'ne gute Ausstattung!" Derart gelassen beschreibt die Niederösterreicherin ihre Einstellung zwinkernd, um mit hohem Spaßfaktor durchgängig fest in die Pedale treten zu können.

400 hm knackig bergauf

☆ Tag Eins: Kurz & knackigRotebeete-Spinat-Kasnockerl

Den Anreisetag hatten sie erstmal bewusst gemütlich gehalten: "Es ging zwar gleich richtig knackig bergauf, doch nach 400 hm war das Ziel No. 1 auch schon erreicht. Dort in der Juac Hütte gleich mal entspannen und den grandiosen Ausblick genießen! Die Rotebeete-Spinat-Kasnockerl waren einfach fantastisch! Mhhhh..."

 

☆☆ Tag Zwei: Senza elettricità! Komplett verrückt!

Der nächste Tages-Trail mit rund 40 km und 1.500 hm bergauf war dann schon etwas schweißtreibender. Als die ersten Felswände in der Morgensonne glitzerten ging's los: "Gleich in der Früh hatten wir uns'ren Bergab-Spaß, voll, auf einem naturbelassenen Wurzeltrail in Richtung Wolkenstein in Gröden..."

 
absolut geilen Bikeparkabfahrt bis nach Corvara
 
Kaffee und Kuchen
 

Wenig Freude auf der Serpentinenstraße

"Die anschließend beste Strecke, hinauf zum Grödnerjoch auf 2.121 m, so dachten wir, wäre die Serpentinenstraße. Griffige Mountainbikereifen auf Asphalt und rücksichtslos überholende Autofahrer*innen ließen uns aber so einige Male so wirklich schlimm fluchen!"
(Ella lacht). "Aber! Unsere Anstrengung wurde dafür mit einer absolut geilen Bikeparkabfahrt bis nach Corvara belohnt, der Frust war somit wieder vergessen und wir waren alle wieder sehr dankbar :)"

Dann ging es fix wieder 1.000 hm hinauf: "...eine richtige Wohltat für unsere Wadeln!" Dort oben gönnten sich die drei den Blick auf den Marmolada Gletscher bei Kaffee & Kuchen, so wie das eben auch alle anderen machen, die mit der Bergbahn dort hoch fahren ;)

 

Erholt und gestärkt ging es also wieder weiter auf den Radln durch's satte Grün, über den schmalen Bindelweg zum Refugio Viel dal Pan: "Aufi-owi–umi–aufi–umi-owi-aufi, so lässt sich der Pfad am Besten beschreiben!"

Kaffee und Kuchen
 

Die Reaktionen der Touristen waren gespalten: "Neben Zuspruch und Bewunderung zeigte uns so mancher Bergkamerad aber auch kopfschüttelnd den Vogel. Ein kurzes Ciao und die Blicke senkten sich sofort auf der Suche nach einen E-Motor, imaginär! Das wirkte mit der Zeit etwas verstörend auf uns, vielleicht hatten wir es uns auch nur eingebildet, jedenfalls war es zugleich belustigend und wir hatten uns'ren Spaß damit."

Ella auf einer absolut geilen Bikeparkabfahrt bis nach Corvara.
 
Bindelweg! Aufi-umi-owe-aufi...
Seppo und Ella
 

☆☆☆ Tag Drei: Risiko & Schmerz

"Nach den wohl längsten und coolsten 1.500 Metern in die Tiefe, inklusive dem Abschnitt der Sella Ronda über rutschige Wurzeln und Flow-Passagen, brachte uns dieser Tag und seine 1.600 hm bergauf wirklich an unsere Grenzen." Dank bester Vorbereitung und Seppos exzellenter Kartenkunde stieß das Radel-Rudel nun, wie erwartet, immer wieder auf Passagen, die laut Karte schwer einzuschätzen waren: "In natura fielen diese Steilpassagen jedenfalls richtig extrem aus! Wir mussten, die Bikes geschultert, 200 hm einen steilen Wandersteig hinauf!"

200 hm Huckepack
 

"Gegen Ende des Tages ließen meine Kräfte nach. Ein Wetterumschwung machte uns erheblichen Zeitdruck und die Müdigkeit nagte an meiner Konzentration wie ein Murmeltier am Alpenklee. Auf den letzten Metern vor der Hütte blieb mir das Vorderrad in einer Felsspalte hängen und ich prellte mir im Sturz das Knie."

Das Schlernhaus auf 2457 Metern Höhe
 

Nach schwieriger Orientierung im Nebel und einigen Regengüssen kam das Team letztendlich mehr oder weniger heil, aber stolz, am Refugio Bolzano auf 2.457 m Seehöhe an. Wohl bemerkt waren sie die einzig Verrückten dort, auf zwei Rädern. Wer schultert auch freiwillig sein Rad auf eine derart entlegene Hütte? Vorfreudig auf eine heiße Dusche, mussten sie sich mit einer lauen Katzenwäsche begnügen, aber Glück im Unglück! Denn heißes Wasser hätte die Schmerzen durch die Prellung bloß verstärkt, Ella dazu: "Diese Nacht war wirklich kurz für mich. Starker Schmerz quälte mich und darüber hinaus raubte mir die Sorge, wie es weiter gehen wird, den Schlaf."

☆☆☆☆ Tag Vier: Entscheidung mit, oder ohne Reue?

Nach wie vor mit Schmerzen im Knie stand Ella spätestens zu Tagesbeginn vor der Frage, wie sie hier heil hinunter kommt: das Rad schiebend, tragend, oder teilweise fahrend, zur Not doch besser mit der Bergrettung? Sie biss die Zähne zusammen und ging raus in die Sonne: "Aufwärmen, Körper aktivieren und dann mit klarem Geist entscheiden."

Sie entschied sich. Letztendlich schafften sie es Höhenmeter für Höhenmeter den Steig gemeinsam sicher hinunter und konnten die grandiose Gegend schon bald wieder in vollen Zügen genießen. Zufrieden, ausgepowert glücklich ging es durch Trauben hunderter Urlaubender zurück zum Ausgangspunkt in St. Christina in Gröden. Ihr Knie schmerzte schon auf der Heimfahrt immer weniger und das Rudel ließ die schönsten Bergbilder, die besonders zachen Passagen und die ganz genialen Trails mit viel Schmunzeln Revue passieren…

Du brauchst Ausrüstungstipps für eine verrückte Bergtour? Schau bei uns im Laden vorbei!

 
Knieprellung
Feine Trails im Sellamassiv.
 

  Was ich dabei g'habt hab?

  • Bei Wind, Regen und Reibung am Berg? Patagonia W´s Leashless Jacket
  • 3 -Tages Rucksack? JW Alpine Specialist 36
  • Durst? Platypus Trinkbeutel 2,5 L
  • Leicht, warm und atmungsaktiv? Patagonia W´s R1 Zip Hoody
  • Augenschutz? Julbo Breeze mit Spectron 3 Glas für Sonne am Berg und Zebra Glas bei Schatten im Wald
  • Kälte am Hals, oder in den Ohren? Merino HAD
  • Schmerzen im Knie? Eh kloar, aufpassen! Für die Bergrettung in Italien rufe 118, in Österreich 140, oder europaweit 112.